REZENSIONEN

"Der Basilikumdrache"

"Du formulierst umwerfend gut, deine Geschichten sind brillant konstruiert - literarisch einfach exzellent. Das hast du ja schon oft bestätigt bekommen. Dein Stil erstellt kein Pastell, sondern einen hochpräzisen Stich, geätzt (um mal aus dem Bild zu fallen). Und du beschreibst so scharfsinnig die Abgründe der menschlichen Gesellschaft, dass es zum Fürchten ist, leider aber wahr."

Jutta Rumler, facebookrezension, 07.März 2021

 

"Im Juni letzten Jahres startete Bartholomäus Figatowski eine Ausschreibung unter dem Motto "Phantastisches Ruhrgebiet". Mit diesem hübsch aufgemachten, gebundene Buch liegt nun das Ergebnis der Einsendungen vor. Es nennt sich "Der Basilikumdrache". Aber was haben Basilikum und ein Drache mit dem Ruhrgebiet zu tun? Regina Schleheck erzählt es uns in ihrer Auftaktgeschichte. Sie schreibt zu Anfang zunächst nur kurz von einer besonderen Brücke. Danach geht es hauptsächlich um den Ich-Erzähler, der zu Kontrollzwecken in eine Zeche geschickt wird. Er begegnet einem Drachen, der behauptet, ein Basilisk zu sein. Was er nun ist, das wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Die Autorin hat mich allerdings absolut überzeugt, indem sie die anfänglich erwähnte Brücke zu einem raffinierten Schluss brachte. Auch wenn ihre Geschichte etwas schwerfällig startet, wunderte es mich am Ende nicht, dass sie für diesen Sammelband namensgebend ist – läutet sie doch auf zauberhafte Weise ein, was folgt, nämlich ein wahres Überraschungspaket an Geschichten.
Von Voodoo, Spukgestalten und seltsamen Geisterscheinungen haben sich die Autoren einiges einfallen lassen. Sie sind gruselig, lustig, spannend und vor allem sehr fantastisch.
Ein gelungenes Buch, nicht nur für Ruhrgebiet-Fans, sondern sicher auch für alle anderen, die fantastische Geschichten lieben"
5 von 5 Sternen 

Ulrike Stegemann, www.elfenschrift.de, 11.September 2012


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Der Basilikumdrache! ... Den Auftakt bildet die Kurzgeschichte "Der Basilikumdrache" von Regina Schleheck. In dieser Geschichte begibt sich der Leser mit einem Bergmann unter Tage. Was würde vom Thema her auch besser passen. Und so hat Regina Schleheck eine spannende, runde Geschichte geschrieben, die mit einem augenzwinkernden Ende daherkommt. Gut möglich, dass man nach dieser Geschichte die Brücke zwischen Stadtpark Hochlarmark und der Halde Hoheward mit anderen Augen sehen wird. Nach diesem Auftakt ist man sehr gespannt, was einen noch erwartet. Und es kommt einiges auf den Leser zu: spukende Häuser, Geistererscheinungen, Zeitreisen, Zwangsstörungen. Die Autoren liefern allesamt gute Arbeit, wobei die Geschichten mal spannend, mal humorvoll, mal beklemmend und selten zäh sind. Neben dem titelgebenden Basilikumdrachen waren es vor allem "Am Baldeneysee" von Susanne Haberland und "Glück auf!" von Achim Hiltrop, die mir am besten gefallen haben ...
Fazit:
"Der Basilikumdrache" ist nicht nur für Leser aus dem Ruhrpott ein Vergnügen. Die elf Kurzgeschichten wissen allesamt zu gefallen und sind auch stilistisch auf einem wirklich guten Niveau. Wer wissen möchte, warum es sich empfiehlt eine Schweißerbrille neben der Toilette zu haben, bekommt hier die plausible Antwort."

Jare, lovelybooks-Rezension, im August 2012


"Der Literatur- und Sozialwissenschaftler Bartolomäus Figatowski hatte nach einer Anthologie über Schleswig Holstein die Idee, eine solche für das Ruhrgebiet herauszubringen. Im Blickpunkt sollten phantastische Geschichten aus den Bereichen Fantasy, Horror oder Science Fiction stehen, die allesamt einen Bezug zum Ruhrgebiet haben. Aus über fünfzig Einsendungen musste Figatowski jetzt die Geschichten auswählen, die in diese Anthologie passen. Geschafft haben es elf Kurzgeschichten, die so vielfältig sind, wie die Schauplätze, an denen sie spielen.
Den Auftakt bildet die Kurzgeschichte "Der Basilikumdrache" von Regina Schleheck. In dieser Geschichte begibt sich der Leser mit einem Bergmann unter Tage. Was würde vom Thema her auch besser passen. Und so hat Regina Schleheck eine spannende, runde Geschichte geschrieben, die mit einem augenzwinkernden Ende daherkommt. Gut möglich, dass man nach dieser Geschichte die Brücke zwischen Stadtpark Hochlarmark und der Halde Hoheward mit anderen Augen sehen wird. Nach diesem Auftakt ist man sehr gespannt, was einen noch erwartet. Und es kommt einiges auf den Leser zu: spukende Häuser, Geistererscheinungen, Zeitreisen, Zwangsstörungen. Die Autoren liefern allesamt gute Arbeit, wobei die Geschichten mal spannend, mal humorvoll, mal beklemmend und selten zäh sind. Neben dem titelgebenden Basilikumdrachen waren es vor allem "Am Baldeneysee" von Susanne Haberland und "Glück auf!" von Achim Hiltrop, die mir am besten gefallen haben.
Ein Lob auch an den Verlag für die gelungene Aufmachung dieser Kurzgeschichtensammlung. Das Buch kommt als grünes Hardcover mit hochwertigem Papier, so dass auch das spätere Blättern darin immer wieder Spaß machen wird.
Fazit: Der Basilikumdrache" ist nicht nur für Leser aus dem Ruhrpott ein Vergnügen. Die elf Kurzgeschichten wissen allesamt zu gefallen und sind auch stilistisch auf einem wirklich guten Niveau. Wer wissen möchte, warum es sich empfiehlt eine Schweißerbrille neben der Toilette zu haben, bekommt hier die plausible Antwort."
9 von 10 Sternen

Michael Krause, buchtips.net, 27. August 2012


"Phantastisches Buch
Einleitung: ein Hardcover-Buch mit grünem Einband und auf dem Cover, als wäre es noch am Leben, ein feuerrotes Drachenskelett, dessen blanke Rippen gen Himmel stechen. So als hätte jemand das Untier zu Lebzeiten ganz raffiniert aufs Kreuz gelegt.
Bewertung: Und genau so raffiniert geht dieses Buch zu Werke. Es packt seinen Leser schon nach wenigen Seiten so, dass man ihm blind in jede Geschichte folgt, gefangen von dem Grusel, der aus den Zeilen sickert, und dem Humor, der manchem Schrecken wie auf dem Fuße folgt und dem Leser die dringend benötigte Verschnaufpause verschafft. Denn diese Geschichten liest man nicht einfach, man lebt sie mit.
Beim literarischen Ausflug durch die Stollen der Zeche Mont Cenis fühlt man sich unfreiwillig klaustophobisch, die Überraschungsgäste auf der Sommerparty im Haus am Baldeneysee hört man eintreten, und den Untoten auf seinem Weg nach Gut Rocholz kann man beinahe riechen.
Kein Wunder, alle Geschichten sind auf so hohem Niveau geschrieben, dass sie sämtliche Lesersinne reizen müssen, bis hin zu der Beklemmung der letzten Beiträge, die selbst dann noch anhält, wenn man das Buch längst weggelegt hat. Je länger man darüber nachdenkt, umso mehr möchte man meinen, dass allen Erzählungen ein und derselbe Kern innewohnt, die stille Frage: Wie leben wir am besten mit dem Erbe, das unsere Vorfahren uns hinterlassen haben?
Bezogen auf das Leben im Ruhrgebiet seien zwei Lösungen an Ort und Stelle verraten: Lassen Sie leer stehende Häuser am Baldeneysee einfach in Frieden, und hängen Sie sich eine Schweißerbrille neben das Klo. Warum? Ganz einfach, man kann nie wissen."
5 von 5 Sternen

Susann Obando Amendt, Amazon-Rezension, 23. April 2012


"Themenbezogene Anthologien haben ihren eigenen Reiz. Wenn sie zusätzlich noch eine bestimmte Gegend als Schauplatz festlegen, könnte schnell ein Einengung stattfinden, die sich einer breiten Leserschaft verschließt.
Der Basilikumdrache wendet sich an Liebhaber der Phantastik im Allgemeinen. So gibt es vom schaurigen Märchen über bitterbösen Horror bis hin zur Zukunftsvision eine bunte Mischung der gängigsten Phantastik-Spielarten. Der Pott und seine Leute spielen dabei aber stets eine ganz besondere Rolle.
Die Titelstory von Regina Schleheck erweist sich als muntere und charmante Einstimmung. Erzählt wird die Geschichte einer ganz besonderen Brücke in Herne. Der Ich-Erzähler gibt dem seltsam aussehenden Bauwerk eine Entstehungslegende, die genau den richtigen Ton zwischen Augenzwinkern und Action findet. Seemannsgarn für Bergleute.
Susanne Haberland wirbelt in ihrer Geistergeschichte Am Baldeneysee das Leben zweier Yuppies gehörig durcheinander. Die Ruhrpott-Variante des Gespenstes von Canterville verspottet dabei nicht nur die reiche und feine Gesellschaft, sie inszeniert auch ein klein wenig den Konflikt zwischen traditionell ehrlichen Ureinwohnern und neu hinzugezogenem Geldadel, dem die Geschichte von Land und Leute egal sind.
Kurz und knackig ist Jörg Weigands Nadeltanz. Die Geschichte um eine Geheimorganisation, Voodoo und einer SEK zündet leider nicht so recht, ihr fehlt etwas Substanz.
Wieder mehr in Richtung Schauermär geht Renate Schmidt-V in Tot oder lebendig im Gut Rocholz. Paul triftt am Ende einer Sauftour auf einen Geist aus der Vergangenheit. Der blutige Zombie bringt Paul dazu, über Napoleon und die französische Besatzung nachzudenken. Geschickt wird hier Geschichte in ein phantastisches Kleid gesteckt und lebendig gemacht, ohne den Horror darin aus den Augen zu verlieren.
In die gefährliche Welt des Alltags zieht uns anschließend Jutta Kieber mit ihrer bitteren Eifersuchtsgeschichte Das Knöllchen. Das Böse lauert überall, erst recht in Bottrop.
Ähnlich finster, aber deutlicher geht Karla Weigand in ihrem Öko-Horror Am Kanal zu Werke. Der Mensch als Vernichter und Zerstörer seiner Umwelt wird mit den Konsequenzen seines Handelns konfrontiert. Zum Ende hin etwas moralinsauer, aber die Facette dieser Geschichte rundet das breite Spektrum der Anthologie mit ab.
Ebenso wie das sehr lyrische Märchen Ruf aus dem Nebel von Bettina Forbrich. Erneut wird ein Gebäude, der Adlerturm in Dortmund, zum Ausgangspunkt einer sehr subjektiven Verbindung, wie schon in der Titelgeschichte um den Basilikumdrachen.
Solcherart eingestimmt, wird Marika Bergmanns Union ›U‹ noch eindringlicher. Nicht ohne Grund lässt der Herausgeber diese beiden Frauenfiguren einander folgen. Inbesitznahme und Auflösung weiblicher Welten in einer technikdominierten Welt bilden die Grundlage des in seiner Form aus der Sammlung herausragenden Textes. Die Autorin schlägt mit Worten wie Hammerschläge auf das immer beklemmender pochende Leserherz ein. Man windet sich vor dem Unvermeidlichen. Das man nebenbei einen kalten, fast lebensfeindlichen Ruhrpott serviert bekommt, erhöht die klaustrophobische Spannung noch.
Auch in Benjamin Nemeths Der Kepkow-Apparat gerät eine Frau in das Getriebe der Technik. Die Verbindung von Steampunk mit Horrorelementen ist zwar wesentlich konservativer erzählt, versucht aber ebenfalls in die Psychologie seiner Figur einzusteigen. Das Setting verträgt auf jeden Fall weitere Geschichten.
Ein weiterer Turm bildet das zentrale Moment in Rainer Schorms Teufe. Kolinowski trifft am Malakow-Turm auf einen Untergangspropheten. Zwischen Alltagsgeschichten aus dem Pott, politischen Seitenhieben und dem Ausloten einer Männerfreundschaft entwickelt sich eine klassische Postapokalypse.
Die Welt nach der Apokalypse schildert Achim Hiltrop in Glück auf!. Dabei denkt er konsequent und pointiert den Weg zu Ende, den der Bergbau im Ruhrgebiet nehmen wird, nicht ohne noch eine kleine Verschwörungstheorie in die Welt zu setzen, sogar ganz ohne Siths im Hintergrund.
Herausgeber Bartholomäus Figatowski berichtet im Vorwort, dass er aus über 50 Einsendungen für sein Projekt aussuchen konnte und tatsächlich ist ihm eine äußerst abwechslungsreiche Auswahl phantastischer Texte gelungen ohne einen wirklichen Totalausfall. So kann man den Basilikumdrachen jedem empfehlen, der Kurzgeschichten mag, egal, ob man mit dem Ruhrgebiet etwas am Hut hat oder nicht. Hinterher jedenfalls kennt man ein paar Sachen mehr als die Einheimischen.
Erwähnt werden soll noch die Unterstützung des Buches durch die »Historische Gesellschaft Bottrop«. Das Engagement für Literatur abseits des Massenmarktes ist so selten wie lobenswert!
Fazit:
Alles in einem Pott – die Welt der Phantastik ebenso wie Liebe, Geschichte und Politik. Ein kurzweiliges Lesevergnügen über das größte unheimliche Gebiet Deutschlands, dem Ruhrgebiet. Machen Sie doch mal Urlaub im Reich der Zombies, Monster und Basilikumdrachen, Sie werden es nicht bereuen."

Ralf Steinberg, www.fantasyguide.de, 29. Februar 2012


"Lustig, spannend - alles in allem: unterhaltsam,
Phantastisch sind sie alle, doch darüber hinaus gibt es viele Schattierungen. Da sind zunächst die unterhaltsamen, lustigen (Gespenster-) Geschichten, mit denen ich erst gar nicht gerechnet hatte. Wo ist denn da der Nervenkitzel? Der stellt sich dann aber spätestens zur Hälfte der sehr unterschiedlichen Geschichten der Anthologie ein.
Mit der titelgebenden Geschichte "Der Basilikumdrache" startet das Buch stark. Wir befinden uns - wie auch in einigen anderen Geschichten, das Ruhrgebiet bietet sich hierfür ja schließlich an - unter Tage und erfahren etwas über geschichtliche Hintergründe und die harte Arbeit, der die Bergleute besonders zu früheren Zeiten ausgesetzt waren. Diese Geschichte ist in sich absolut rund und schlüssig und darum auch bis zuletzt meine Lieblingsgeschichte geblieben.
Ein super Buch für Leute, die das Ruhrgebiet mögen oder einmal auf eine andere Weise kennenlernen möchten. Denn viele der Schauplätze sind bekannt und es ist interessant, das beschriebene "übersinnliche" Geschehen in den Geschichten imaginär dort anzusiedeln... Eine unterhaltsame, kurzweilige Lektüre, die man so "weglesen" kann. Auch ein nettes Geschenk!"
5 von 5 Sternen

Bettina Bünker, Amazon-Rezension, 26. Januar 2012


Wie ungewöhnlich: Horror und Fantasy mit dem Handlungsort Ruhrgebiet.
Obwohl, eigentlich ist diese Kombination gar nicht so verblüffend. Welche Stätte könnte besser geeignet sein für unheimliche Geschichten als die Kohle-und-Stahl-Region mit ihren kauzigen Typen, grauschwarzen Halden und ihrer labyrinthischen "Unterwelt".
Vielleicht liegt die stiefmütterliche Behandlung des "Potts" im Mythen-und-Märchen-Genre an seiner Jugend. Xanten am Niederrhein, Hameln, Meißen oder Bremen etwa haben wegen ihres Alters ein viel höheres Verklärungs- und Mystifizierungspotenzial. Aber so langsam kommt auch das Ruhrgebiet in die Jahre, und mit zunehmendem Alter verflechtet sich der vorhandene Sagenstoff zu einem fabelhaften Legendengewebe.
Mit "Der Basilikumdrache" wurde ein weiterer großer Schritt auf diesem Wege gemacht. Der Anthologieband gibt in elf Geschichten Aufschluss über die fantastische Seite des industriellen Ballungsraums. Als nüchtern und bodenständig abgestempelt, kann es in Dortmund, Recklinghausen, Essen und allen anderen Revierstädten durchaus ganz schön metaphysisch und utopisch hergehen.
In den spannenden, oft auch amüsanten Storys stapfen ruhrdeutsch schwatzende Zombies umher, wird ein Basilisk mit Basilikum geneckt, tauchen aus den Stollen und Schächten die absonderlichsten Geschöpfe auf, sorgt das im Straßenverkehr geblitzte Foto eines mutmaßlichen Geistes für einen kuriosen Ehekrach. Voodoo, Zeitreisen, Metamorphosen und psychologische Zwangsstörungen finden als Themen ebenso Eingang ins Buch wie Liebe und Bier. Der Bergbau in der Zukunft wird satirisch-kritisch behandelt, die zunehmende Maschinisierung und ihre Folgen auch.
Die in dem Buch versammelte Riege namhafter Autoren und Autorinnen hat ganze Arbeit geleistet. Die Maloche hat sich gelohnt! Der Mix aus Grusel, Fantasy und Science Fiction bietet erstklassige Unterhaltung - nicht bloß für Ruhrgebietler."
5 von 5 Sternen

Asmodi, Amazon-Rezension, 14. Dezember 2011

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