REZENSIONEN

"Klappe zu - Balg tot"

"Familienmitglieder. (Ehe-)Partner. Nachbarn. Ein Mönch. Ein Taxifahrer. Ein Bettler. Alle haben in diesem Buch etwas gemeinsam: Sie sind fies, intrigant, rücksichtslos und rachsüchtig. Sie haben eine dunkle Seite, die sie ausleben. Die Gewalt trifft sowohl Männer als auch Frauen und Kinder. Und auch Schokolade spielt eine große Rolle, eine erotische Rolle sogar.
Die 24 herrlich rabenschwarzen Kurzgeschichten haben eine erstaunlich große Bandbreite, von witzig über bitterböse bis morbid ist alles dabei. Ebenso vielseitig ist die Sprache, die in einigen Geschichten recht derb ist, während andere Geschichten brillant formuliert sind. Eine gelungene Mischung."

Petra Samani, buchblinzler.blogspot.de, Mai 2016


"Regina Schleheck erzählt in ihren bitterbösen Kurzgeschichten von menschlichen Abgründen, die manchmal logisch und erklärlich sind, manchmal aber auch nicht. Von Letzteren erfahren wir in der heutigen Zeit leider immer mehr und stehen oft vor Rätseln. Die Geschichten sind spannend und auch unterhaltsam erzählt. Sehr interessante und lesenswerte Lektüre."

Dieter Feuser, 30. Mai 2016, Amazon-Rezension

"Bitterböses mit Sahnehäubchen"
"Das ist manchmal so in der Krimi-Welt: Eine Frau schreibt die besten Storys, doch ihre Bücher finden sich selten vorn in den Regalen der Buchhandlungen. So geht es bisher auch Regina Schleheck. Die Kölner Lehrerin (und Mutter von fünf Kindern) ist von Kritikern hoch gelobt, ergattert jedes jahr neue Literaturpreise (u.a. den begehrten Friedrich-Glauser-Preis). Wie sie schreibt, was sie kann, zeigt sich in diesem wieder aufgelegten Buch - bitterböse Kurzgeschichten mit einem Klacks Humor und Sex als Sahnehäubchen. Das erinnert an die schwarzhumorigen 70er-Kult-Stories "Küsschen, Küsschen" und macht Appetit auf weitere Krimi-Kost aus dem Hause Schleheck."
Urteil:
Spannung: vier von vier Punkten
Erotik: drei von vier Punkten
Humor: drei von vier Punkten
Anspruch: vier von vier Punkten

Horst Stellmacher, Agentur für Medieninformation, Kölner Sonntag-Express, 10. Januar 2016

"Die Autorin Regina Schleheck ist für abstruse, abgedrehte, aufregende, aufwühlende und anregende Geschichten bekannt. Ihr Humor ist manchmal rabenschwarz und sarkastisch, steht aber immer irgendwie auf der menschlichen Seite, ohne sardonisch oder sadistisch zu sein. Die Morde ihrer Protagonisten ergeben sich immer aus deren Erlebnissen, ihren Erfahrungen und deren Hintergrund. Wie der Untertitel dieses Bandes eben auch schon so schön anpreist. Aber es muss nicht immer ein Mord oder ein sehr merkwürdiges Dahinscheiden sein. Wer kommt auf die Idee, einen Menschen in siedendem Fett zu ertränken? (Nein, das ist kein Spoiler, sondern kommt in einer anderen Geschichte vor). Aber Regina kann auch anders. Ich darf mir den Vornamen erlauben, denn wir kennen uns tatsächlich schon eine Weile.
In der Kurzgeschichtensammlung "Klappe zu Balg Tot - Bitterböse Kurzgeschichten", in der dritten Auflage, geht es eben nicht nur um abgedrehte Morde, aus den Irrungen und Wirrungen der Menschen. Nein, sie kann auch "verrückte" Geschichten erzählen, die vollkommen ohne Leichen auskommt, was ich persönlich äußerst sympathisch finde. Dabei wandelt ihre Sprache von geschliffenen Worten bis hin zu einer "Schnodderschnauze", bei der der Leser sofort weiß, woher die Person kommt und aus welchem Umfeld sie stammt. Großartig umgesetzt und niemals beleidigend oder herabwürdigend. Ebenfalls großartig!
Es macht einfach Spaß sich abends noch für einige Zeit hinzusetzen, und in das Universum der Frau Schleheck einzutauchen. Wer sie einmal in einer Lesung erlebt hat, hört ihre Stimme beim Lesen, als wenn sie die Geschichte vorliest. Die Art, wie sie vorträgt und betont, macht einfach nur Spaß. Wenn der geneigte Leser also einmal die Möglichkeit hat, einer Lesung beizuwohnen, so sollte er dies unbedingt wahrnehmen. Aber eigentlich ist das ein anderes Thema. :)
Die 24 bitterbösen Kurzgeschichten sollte man genießen und nicht in einem Happen herunterschlingen. Nur in den einzelnen Häppchen kann sich das Bitterböse entfalten, den Gaumen hinunterrutschen und ein Schaudern erzeugen. Man sollte sie genießen, die Abgründe der Menschlichkeit, die Regina Schleheck hier in mannigfacher Ausführung darbietet. Mir war es ein Genuss!"

Ralf "Searge" Pappers, 18. November 2015, Das Lese- und Hörcafé

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